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Client-Installer

1.3. Funktionsweise

1.3.1. Einführung

Der Client-Installer besteht grundsätzlich aus zwei Teilen. Der erste Teil dient zur automatischen Installation von Windows 2000 bzw. XP Systemen, der zweite Teil zur automatischen Installation von Software. Der Teil zur Installation von Windows Systemen unterscheidet sich dabei deutlich von anderen Lösungen in diesem Bereich.

1.3.2. Eingesetzte Software

Sowohl für die Windows-Installation, als auch das Software Deployment verwendet der Client-Installer OpenSource-Software, die von vielen namhaften Firmen und Institutionen eingesetzt wird und die von einer stetig wachsenden Community gepflegt und weiterentwickelt wird. Die Windows-Installation übernimmt dabei die Software des Unattended Projects(1) und das Software Deployment die Software WPKG (Windows Packaging)(2).

1.3.3. Vergleich verschiedener Lösungen

1.3.3.1. Disk Imaging / Klonen

Egal ob Sie den Client-Installer, RIS von Microsoft oder eine andere Lösung zur Windows-Installation benutzen, so gibt es eine Lösung, die sie unbedingt meiden sollten: Disk Imaging.

Disk Imaging (auch Klonen genannt), bedeutet, dass der Inhalt der Festplatte eines Rechners auf die Festplatte eines anderen Rechners kopiert wird. Microsoft bietet hierfür Programme wie Sysprep und RIPrep, die bei dieser Aufgabe helfen sollen. Disk Imaging ist die wohl verbreitetste Lösung zur Windows-Installation in größeren Netzwerken.

Allerdings ist dies im Regelfall eine schlechte Idee, da Disk Imaging nur schlechten Support für nicht einheitliche Hardware bietet. Das größte Problem ist jedoch die Wartung der Images.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, wir haben verschiedene Hardwarekonfigurationen; Laptops, Schülerrechner, Lehrerrechner und Verwaltungsrechner. Außerdem sollen in nächster Zeit alle Rechner von Windows 2000 auf Windows XP geupdatet werden, also müssen wir beide Systeme installieren können.

Für dieses Beispiel alleine würde wir schon acht Images erstellen und speichern müssen. Ein Image für jedes Betriebssystem und für jede Software-Konfiguration. Um ein einziges Programm, wie zum Beispiel Firefox oder OpenOffice zu updaten, müssten wir alle acht Images bearbeiten und neu erstellen. Haben wir nun zusätzlich sehr unterschiedliche Hardware, wie zum Beispiel besondere Laptops oder Spezialhardware, wird klar, was für einen enormen Aufwand Disk Imaging mit sich bringt.

Wenn Sie hunderte Rechner mit identischer Hardware und Software installieren wollen, so ist Disk Imaging ein guter Ansatz. Sobald Sie aber Rechner mit unterschiedlicher Hardware und Software haben, so wie es der Regelfall ist, bietet die sogenannte true Unattended Installation, die auch der Client-Installer nutzt, eine wesentlich bessere Möglichkeit, die verlässlicher ist und weniger Pflege bedarf.

1.3.3.2. Active Directory

Active Directory von Microsoft bietet leider nur die Möglichkeit MSI-Pakete zu installieren, und über Gruppenrichtlinien Einstellungen an der Registry vorzunehmen. Das Installieren von beliebigen Programmen ist mit Active Directory nicht möglich.

Zwar gibt es die Möglichkeit des sogenannten Repackagings, bei dem vor und nach der Installation einer Software der Zustand eines Rechners festgestellt wird und die Änderungen dann in einem MSI-Paket zusammengefasst werden, doch gibt es hierbei diverse Probleme. Eins der größten Probleme ist, dass die Installation abhängig von der Windows Version oder dem Zustand des Rechners vor der Installation, beispielsweise bereits installierte Software, unterschiedlich verlaufen kann. Das erstellte MSI-Paket wird deshalb im Regelfall nie dasselbe tun, wie es der originale Installer getan hätte. Außerdem muss das Repackaging für jede neue Programmversion wiederholt werden.

Microsoft selbst erklärt in Supportartikel 264478(3) die Probleme und Nachteile, die Repackaging mit sich bringen kann.

1.3.3.3. Client-Installer

Die Windows-Installation läuft als sogenannte Unattended Installation, d.h. sie benötigt keine Benutzereingaben. Es müssen weder die Seriennummer, noch Name oder Administratorkennwort eingegeben werden. Dafür macht sich der Client-Installer die bereits im Windows-Installer integrierte Funktion zu nutze, die Datei unattended.txt zu verarbeiten, in der die verschiedenen Werte für die Installation bereits vorgegeben sind. Diese Datei wird vom Client-Installer für jeden Rechner automatisch generiert. Die nötigen Einstellungen hierfür werden über die Weboberfläche des Client-Installers vorgenommen. Mehr dazu unter 4.3. Rechner-Profile.

Da die Windows-Installation direkt von einer Windows-CD gestartet wird, die dafür aus dem Netzwerk direkt auf den Rechner kopiert wird, gibt es viele Probleme, die beim Disk Imaging normalerweise auftreten, mit dem Client-Installer aber icht. Das Problem, dass alle Rechner nach dem Imaging die selbe SID haben, entfällt bei der Installation mit dem Client-Installer, da die SID bei der Installation automatisch für jeden Rechner individuell generiert wird. Auch die Installation von Hardwaretreibern ist mit dem Client-Installer schon direkt während der Windows-Installation möglich, so dass nur eine Windows-CD für alle Rechner benötigt wird und nicht für jede Hardware-Konfiguration ein eigenes Image.

Die vom Client-Installer verwendete Deployment Software WPKG bietet die Möglichkeit beliebige Programme, MSI-Pakete, Setup-Dateien und Befehle auszuführen, solange diese keine Benutzereingaben benötigen. Hierfür unterstützen viele Programme die sogenannte Silent Installation oder Unattended Installation. Die Limitierungen, wie sie beispielsweise Active Directory hat, gelten für den Client-Installer nicht. Natürlich gibt es aber auch Dinge bzw. Aufgaben, die sich mit dem Client-Installer nicht realisieren lassen.

1.3.4. Die Windows-Installation

Die Installation ist in verschiedene Schritte aufgeteilt, die alle automatisch ablaufen. Nur wenige Schritte erfordern eine manuelle Eingabe, wenn diese noch nicht über die Weboberfläche vorgenommen worden sind.

  1. Starten der Installation per CD oder Netzwerk
  2. Den Rechner in die Rechnerverwaltung von IServ eintragen (optional + manuell)
  3. Dem Rechner ein Rechner-Profil zuweisen (optional + manuell)
  4. Automatisches Laden aller erforderlicher Einstellungen
  5. Laden aller verfügbarer Treiber
  6. Kopieren der Windows-CD auf die lokale Festplatte
  7. Installation von Windows
  8. Installation einiger Programme und Einstellungen
  9. Installation der Windows-Updates (optional)
  10. Defragmentierung der Festplatte (optional)
  11. Installation der Deployment-Software
  12. Abschluss der Windows-Installation

Während der Installation wird der Rechner mehrmals automatisch neu gestartet. Die Installation ist abgeschlossen, wenn der Rechner das Anmeldefenster der jeweiligen Windows-Version anzeigt. Im Regelfall sollte die Installation keinerlei manuelle Eingriffe durch den Administrator oder Techniker erfordern.

Nach dem Abschluss der Windows-Installation wird automatisch das Software Deployment gestartet, mit dem die zusätzliche Software wie Firefox oder OpenOffice installiert werden können.

1.3.5. Das Software Deployment

Das Software Deployment wird nicht nur direkt nach der abgeschlossenen Windows-Installation gestartet, sondern bei jedem Start eines Rechners direkt vor der Windows-Anmeldung.

Die Deployment-Software WPKG wird dabei als Systemservice gestartet und vergleicht auf dem Server abgespeicherte XML-Dateien, die den aktuellen Installations-Status der verschiedenen Software-Pakete für jeden einzelnen Rechner enthalten, mit der Datenbank des Client-Installers. Stellt die Deployment-Software fest, dass eine Software, die auf dem Rechner installiert sein sollte, noch nicht installiert ist, wird sie diese Software automatisch auf dem Rechner installieren und die XML-Datei für diesen Rechner entsprechend aktualisieren. Die Deployment-Software kann außerdem feststellen, ob eine Software aktualisiert oder von einem Rechner deinstalliert werden muss und führt diese Aktionen dann auch dementsprechend aus. Die Steuerung, welche Software auf welchem Rechner installiert werden soll, findet ebenfalls über die Rechner-Profile statt. Mehr dazu unter 4.3. Rechner-Profile.

Natürlich kann die Deployment-Software auch auf Rechnern eingesetzt werden, die nicht mit dem Client-Installer installiert wurden. Dazu muss die Deployment-Software manuell auf den Rechnern installiert werden. Mehr dazu unter 2.3. Die Rechner konfigurieren. In den meisten Fällen wird der Client-Installer bereits installierte Software automatisch erkennen. Andere Software wird automatisch geupdatet. Software, die dem Client-Installer unbekannt ist, wird von ihm ignoriert, so dass man weiterhin manuell Software installieren kann, ohne dass man befürchten müsste der Client-Installer würde diese wieder deinstallieren.